Wie Kreditkarten funktionieren: Der Leitfaden, der dich nichts kostet
Eine Kreditkarte ist das einzige Finanzprodukt, das je nach einer einzigen Gewohnheit gratis oder ruinös teuer ist. Dieser Leitfaden erklärt, wie Kreditkarten funktionieren — die Zinsen, die Fallen und die Auswege — und gibt dir einen Rechner für deine eigene Karte.
Was eine Kreditkarte wirklich ist
Eine Kreditkarte ist eine revolvierende Kreditlinie. Die Bank setzt ein Limit, du gibst dagegen aus, und einmal im Monat kommt eine Abrechnung. Hier ist die Weggabelung, die alles entscheidet: Zahlst du diese Abrechnung vollständig, hast du im Grunde einen kostenlosen Kurzkredit erhalten. Zahlst du weniger, verzinst sich der offene Teil — und Kreditkartenzinsen gehören zu den höchsten, die ein Normalverbraucher je trifft.
Das ist das ganze Produkt in zwei Sätzen. Alles andere — Prämien, Punkte, Cashback — ist Dekoration, die dich zum Ausgeben bringen soll.
Der Effektivzins und warum er so hoch ist
Der Effektivzins ist der jährliche Preis eines mitgetragenen Saldos. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der Effektivzins von Revolving-Kreditkarten in Deutschland im Schnitt bei rund 17%, teils deutlich höher. Verglichen mit einer Baufinanzierung im einstelligen Bereich ist das der teuerste Verbraucherkredit.
Schlimmer noch, er verzinst sich monatlich. Der Zins wird auf den Saldo erhoben, und unbezahlter Zins wandert in den Saldo, sodass du im Folgemonat Zinsen auf Zinsen zahlst.
Die Mindestzahlungs-Falle
Jede Abrechnung bietet eine Mindestzahlung, meist 2-3% des Saldos. Sie wirkt verantwortungsvoll. Sie ist so gebaut, dass du so lange wie mathematisch möglich verschuldet bleibst: Weil sie mit dem Saldo schrumpft, zieht sich die Tilgung über Jahre und die Gesamtzinsen können den ursprünglichen Kauf übersteigen. Der Rechner unten zeigt genau, wie viele Jahre — und Euro — das Minimum wirklich kostet.
Der zinsfreie Zeitraum: dein Gratis-Kredit
Zahle vollständig, und der zinsfreie Zeitraum (oft mindestens 21 Tage zwischen Abrechnung und Fälligkeit) bedeutet null Zinsen auf Käufe. So genutzt bietet eine Karte kostenlose kurzfristige Liquidität, besseren Betrugsschutz als eine Debitkarte und eine Zahlungshistorie, die deine Bonität aufbaut.
Trägst du einen Saldo mit, verlierst du den zinsfreien Zeitraum meist ganz, bis alles getilgt ist: Neue Käufe verzinsen sich sofort.
Wie du sie ohne Schaden nutzt
Die ganze Fähigkeit ist eine Regel: lade nie auf die Karte, was du diesen Monat nicht vollständig zahlen könntest. Danach schützen dich ein paar Gewohnheiten: richte eine automatische Vollzahlung ein; halte den Saldo weit unter dem Limit; behandle das Limit als Obergrenze, nicht als Einkommen. Trägst du schon einen Saldo, hat ein Tilgungsplan und ein kleiner Notgroschen Vorrang, damit sich die Karte nicht wieder füllt.
Das Wichtigste
- Eine monatlich vollständig bezahlte Karte ist praktisch gratis; eine mit Saldo ist einer der teuersten Kredite überhaupt.
- Der Effektivzins von Karten übersteigt Baufinanzierung oder Autokredit bei weitem und verzinst sich monatlich.
- Die Mindestzahlung ist darauf ausgelegt, dich jahrelang zu verschulden — zahle immer mehr.
- Der zinsfreie Zeitraum bedeutet null Zinsen auf Käufe, aber nur bei vollständiger Zahlung.
- Lade nie auf die Karte, was du diesen Monat nicht zahlen könntest.
Sieh, was deine Karte wirklich kostet
Gib Saldo, Effektivzins und Rate ein. Der Rechner zeigt die Tilgungsdauer, die Gesamtzinsen und die Kosten der Mindestzahlungs-Falle gegenüber einer festen Rate.
Kreditkarten-Tilgungsrechner öffnen →Kurzer Check
0 / 31. Was passiert, wenn du die Abrechnung jeden Monat vollständig zahlst?
Vollständig im zinsfreien Zeitraum zu zahlen bedeutet keine Zinsen auf Käufe.
2. Warum dauert es mit nur dem Minimum so lange?
Das Minimum ist ein schrumpfender Prozentsatz, daher flacht die Kurve jahrelang ab.
3. Wie verzinsen sich Kreditkartenzinsen?
Der Zins wird monatlich erhoben und Unbezahltes wandert in den Saldo: Zinsen auf Zinsen.
